vor knapp einem jahr hat die fh potsdam das innovationsforum interaktionsdesign veranstaltet. dort tummelten sich so speaker wie bill moggridge, gillian crampton-smith, bruce sterling und noch eine ganze reihe weiterer nationale und internationale “stars” der interaktions-branche.
für so leute wie mich, die dort leider nicht anwesend waren und natürlich auch allen anderen interessiert gibt es nun die präsentationen als video.

und weil es so schön ist: hier ist die doku zu meinem semesterprojekt für den processing-kurs online. die videos brauchen ne zeit um zu laden und hinter den grünen “p-symbolen” versteckt sich das applet inkl. quellcode. viel spass damit!

nachdem ich ja hier für andere agenturen schon die werbetrommel rühre, mach ich das gleichmal auch ganz schamlos für mich selbst.
die doku zu meiner physical interaction semesterarbeiten ist nun bei incom zu lesen.

die meisten webseiten die ich bis jetzt gesehen hab, die mit papervision oder einer vergleichbaren flash 3d-engine arbeiten finde ich relativ überflüssig. viele seiten sind nur technologiegetrieben oder sehen aus, wie pc-spiele aus den 90ern. sowas will doch keiner mehr sehen.
für mich sticht aber das portfolio von whitevoid (berliner interaction+design agentur) positiv heraus. die 3d website ist schnell zu erfassen, lädt ein zum erkunden und ermöglicht auch durch alle dargestellten ebenen einen schnellen zugriff auf den gewünschten teilbereich der seite. natürlich wäre das auch ohne 3d engine möglich gewesen, solange sich das eyecandy aber nicht in den vordergrund drängt, find ich es durchaus berechtigt.

dvein, eine motion & interactive agentur aus barcelona, hat ein neues portfolio online. schön simpel. besonders interessant finde ich die einfache navigation.
in letzter zeit hab ich eh das gefühl, dass flash immer mehr für neue navigationskonzepte genutzt wird, was sicherlich eine stärke dieser technologie ist.

paul arantes arbeitet derzeit für honda an einem werbespiel, das sehr schön demonstriert was man mit sensoren in modernen rechnern so anfangen kann.
die verwendung des sudden motion sensors (sms)[1] , der in allen neueren apple notebooks steckt, ist ja nicht so neu. aber dies ist das erste kommerzielle spiel (das mir begegnet ist) auf basis des sms.
das spiel ist bis jetzt noch nicht zum download erhältlich. video und eine kurze dokumentation gibt’s direkt bei raul arantes.
und noch gleich ein basics artikel.
was processing für bildschirmkram ist, ist arduino für physical interaction projekte.
arduino besteht aus zwei komponenten: dem microcontroller und der zugehörigen software/ide. genauso wie processing ist auch arduino opensource. und das nicht nur die software sondern auch die hardware.
mit dem microcontroller kann man verschiedene sensoren auswerten und gleich wieder an andere elektronische komponenten ausgeben. dazu stehen mehrere digitale und (fake)analoge ein/ausgänge zur verfügung.
das besondere an arduino ist, dass man sich nicht wie üblicherweise bei microcontrollerprogrammierung mit c-code rumschlagen muss, sondern (sehr ähnlich der processing-sprache) eine art java-code hat. die sprache ist wirklich sehr sehr einfach, bietet daher natürlich auch nur die nötigsten funktionen aber das reicht meistens aus. das problem bei der implentierung ist, dass der compiler, der den arduino code für den microcontroller übersetzt frisst fast alles, womit das debuggen sehr wenig spass macht.
um mit arduino wirklich sinnvolle sachen machen zu können sollte man sich ein basiswissen zu elektronik anlesen. einen guten einstieg dazu bietet dieses pdf.
links:
offizielle arduino seite
arduino tutorials, howtos usw. (besonders die manuals sind empfehlenswert)
processing ist eine programmiersprache inkl. der entsprechenden entwicklungsumgebung. entwickelt wurde es von ben fry und casey reas am MIT. die sprache sehr leicht zu erlernen ist, das tool kostenlos und auch noch gleich opensource. daher erfreut es sich wohl bei künstlern, designern und allen die irgendwo dazwischen arbeiten, immer größerer beliebtheit.
vergangenes semester hatte ich selbst dazu einen kurs, daher auch eine kurze vorstellung des tools.
die sprache basiert auf java, daher muss man nicht mit dem processing editor arbeiten, sondern kann auch in jeder anderen java-ide processing sketches erstellen. interessant an dem tool ist, dass man wirklich sehr schnell zu ergebnissen kommt. viele grafische grundfunktionen (shapes zeichnen, zeit-basierte programmierung usw.) sind vorgegeben und damit einfach anzuwenden. gerade für mich als flash-anwender war somit der einstieg in processing extrem einfach.
ein weiterer interessanter aspekt an processing ist, dass es für viele typische anwendungsgebiete (kameratracking, sound-analyse, -generierung, -manipulation, XML uvm.) fertige libraries[1] gibt.
hört sich ja soweit wirklich gut und spannend an. aber dennoch hab ich einige kritikpunkte:
das für mich größte problem ist, dass processing noch sehr beta ist. also man findet alle paar meter bugs und bei mir sind kernel panics beim ausführen des codes auch keine seltenheit. das gleiche gilt auch für libraries. viele der libraries sind nicht wirklich ausgereift und zudem oft relativ schlecht dokumentiert.
trotz der kritik finde ich processing interessant und für bestimmte anwendungen unschlagbar.
offizielle processing seite

die ted konferenz ist ja mittlerweile durchaus bekannt. falls nicht, ankucken unbedingt!
dieses jahr hat autodesk sich zwei illustratoren geschnappt, ihnen ein wacom cintiq 21ux tablet mit der autodesk-software sketchbook pro in die hand gedrückt, und sie gebeten jeden vortrag illustrativ zu dokumentieren. heraus kamen ein haufen geskribbelter zeichnungen, die (leider) sehr textlastig sind.
während der veranstaltung konnten die zeichnungen quasi live auf einem multitouch display[1] von dem besuchern durchforstet werden.
für normalsterbliche, die nicht auf der ted waren, gibt’s das ganze nun als pdf direkt bei autodesk. dabei ist es schön, wie anhand der zeichnung das thema und der ungefähre inhalt der präsentation erfasst werden kann. ausserdem bietet es viele anregungen für eigene informationsvisualisierungen.
und wenn man schon auf der seite ist, auch noch gleich das video “the bigviz movie” ankucken.
so, ging ja jetzt doch alles schneller als erwartet.
v2 ist online und hat jetzt einen themenschwerpunkt: interface-design.
ich hoffe mal ich hab die disziplin hier halbwegs regelmäßig was zu posten und alles sauber zu halten.